Reviews zu "Squandering Youth"

 

 

Blueprint

Ich glaube, Folk-Rock ist wie TOKIO HOTEL. Lieben oder hassen ist die Devise. Ich gehöre zum liebenden Teil der Bevölkerung. Da gehören FLOGGING MOLLY oder DROPKICK MURPHYS zu den unangefochtenen Götter des Genres. THE SHANES wandeln auf ähnlichen musikalischen Pfaden mit "Squandering youth", auch wenn sie ihre Musik lieber als Hardpolka bezeichen. Wer jedoch Folk-Rock hört, will meistens Party machen, gute Laune haben und Bier trinken. Da passt der leicht verträumt und melancholische Gesang des Frontmanns gar nicht und stört eher, als dass er überzeugt. Allein vom Handwerk her kann man den Jungs allerdings keinen Vorwurf machen. Musikalisch ist das Ergebnis auf dem Silberling einwandfrei. Aber wie so oft scheiden sich die Geister am Gesang. Für den wahren Folk-Fan, der vielleicht eine kleine Pause von der schnellen Tanzmusik braucht, ist "Squandering youth" genau richtig.

 

Fraktur

Wer die Shanes noch nicht kennt, der hat bis jetzt einiges verpasst. Unsere erste musikalische Begegnung mit den Shanes fand im Rahmen einer Besprechung eines Irish-Folk-Samplers statt. Es folgte was kommen musste, ein Review des damals aktuellen Albums der Shanes. War das Vorgängeralbum "Hardpolka over Serbja" bereits ein absoluter Knaller, legt das neue Album "Squandering Youth" hier noch eine Schüppe drauf! Die Shanes bleiben sich auch beim neuen Album treu. Von melancholisch angehauchtem Folk-Rock bis zu mitreißenden Gassenhauern geben die Shanes wieder einen tiefen Einblick in ihr Schaffen. Dabei wird nicht nur die harte und abgefahrene Variante des Polkas dargeboten, sondern Folk-Rock und Folk-Punk als solches. Mit Akkordeon, Geige, Banjo, Mandoline, Bass und Schlagzeug wird mächtig Stimmung gemacht - Musik, die (meistens) Durst macht. Dafür sorgt vor allem auch die Abwechslung, die das Album bietet, hier kennt man nach dem Hören eines Songs noch lange nicht die anderen Songs des Albums. Auch die Kehrtwendungen in den Songs wie bei "Unfortunate One" mit dem bedächtigen Anfang und dem Wechsel zum Speedfolk spricht für die Klasse der Band aus Trier. "Hell On Earth", "Going Where The Action Is" oder "Baby, I" dürfen bei keinem Trinkgelage fehlen und genau so erwartet man die Shanes natürlich auch. Dass die Shanes sich in allen Folk-Gefilden wohl fühlen, zeigen eindrucksvoll "The Future" oder das fetzige "Long Journey". "Sailorman" klingt dagegen schon untypisch kommerziell - so lange die Shanes nicht zu viel Augenmerk darauf richten geht das auch in Ordnung. Was nicht passt wird passend gemacht und so können selbst die zwei gecoverten Songs überzeugen und klingen wie ... die Shanes! Volle Punktzahl! Fragen? Nicht fragen, sondern unbedingt mal reinhören und kaufen!

 

With Love – The Underground

Eine Band wie THE SHANES rennt bei einem Anhänger von FLOGGING MOLLY, THE TOSSERS, THE POGUES und MR. IRISH BASTARD nun wahrlich offene Türen ein, aber auch bei unbefangenen Hörern dürfte dieses zeitlose Album gut ankommen, denn neben den bekannten Einflüssen wie Irish Folk, Polka und Balkanelementen, die seit GOGOL BORDELLO immer mehr an Salonfähigkeit gewinnen, hat das Sextett auch unüblichen Ideengebern wie GG Allen mit "Bite It You Scum" und TURBONEGRO mit "Sailor" Tribut gezollt. Die Kette der Assoziationen könnte man beliebig fortsetzen, denn 16 HORSEPOWER, NEW MODEL ARMY und KAIZERS ORCHESTRA sind sicherlich ebenso valide wie überzeugende Querverweise und wer mal wieder Geige, Akkordeon, Mandoline und Banjo hören möchte, sollte sich dieses beachtliche Album kaufen, denn das ansehnliche Digipack macht sich formidabel in den heimischen vier Wänden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieses Kleinod hier für Tage und Wochen aus den Boxen schallen wird und die schaurigen Underachiever-Lyrics verpassen dem Ganzen einen außergewöhnlichen Charme. TURBONEGROS "Sailor Man" hätte zwar etwas bissiger sein dürfen, aber dafür macht "Weight On My Shoulders" einer anderen norwegischen Band große Ehre, MADRUGADA. Wobei THE SHANES aus Trier trotz der vielfältigen Quellen stets Herr der Lage bleiben und immer die eigene Handschrift erkennen lassen. "Lousy Bastards" gibt sich beschwingt und jazzig, aber Titel und Thema, ein Besuch auf dem Friedhof, machen schnell klar aus welchem Holz THE SHANES geschnitzt sind und dass man hier keinesfalls einen gediegenen Abend erwarten darf, sondern eher das Risko eingeht ein paar Kinnhaken zu bekommen. "Bring Me The Head Of Zoltan Narray" zeigt nochmal die Stärken des Sextetts auf und eigentlich darf dieses zeitlose Album in keiner guten Sammlung fehlen, zumal es beim geselligen Zusammensein wirklich ein Selbstläufer ist. (46:29) (8,5) Thomas Eberhardt

 

Musik an sich

Seit Anfang der 90er ziehen The Shanes bereits unter dem Deckmantel „Hardpolka“ durch die Lande und heben sich mit ihrem Sound wohltuend vom gängigen Folkrock ab. Flott gespielte Polkarhythmen findet man auch des Öfteren in den Liedern der Band. Und mit Banjo, Akkordeon und der ständig präsenten Fiedel klingt man auch eher slawisch als keltisch. Generell hat das Sextett keinerlei Berührungsängste vor irgendwelchen westlichen oder osteuropäischen Folkstilen. Heute noch weniger als sonst. Das hört man auch auf der neuen CD Squandering youth. Die Band leert ein regelrechtes Füllhorn an verschiedensten Songs über dem Hörer aus. Egal ob stimmungsfördernde Hardpolka-Stücke („Going where the action is“), tanzbare Nummern mit starken Balkanleihen („Baby, I“, „Hell on earth“) oder melodische Lieder wie „Alone on my device“. Gerade solch entspannte Momente mit einem leichten Americana-Hang, die auch auf einem Hooters-Album eine gute Figur abgeben würden, geben dem neuen Album seine Würze. Während der (Live-)Vorgänger Polka over Serbja - Live in Chosebuz eine wilde Tanzparty war, ist Squandering youth ein abwechslungsreiches Album, das gerade durch derartige ruhigere Stücke eine angenehme Atmosphäre zaubert und eine andere Seite der Band präsentiert. In diese Reihe gehören auch die abschließende Streicherballade „Hey there, can you help me?“, das düstere „Weight on my shoulders“, das auch 16 Horsepower zur Ehre gereichen würde, sowie „Black heart white beat“, welches mit seinem spannenden Stimmungsaufbau glänzt. Aber selbstverständlich gibt es auch wieder die typischen Partystücke wie den instrumentalen Power-Folker „Bring me the head of Zoltan Narray“, „Long journey“ oder die tanzbare Akkordeon-Nummer „The future“ auf Squandering youth. Ebenfalls richtig zur Sache geht es bei der Coverversion „Bite it you scum“ der Punkikone G.G. Allin. Das ist allerdings nicht die einzige Fremdkomposition auf der CD. The Shanes haben sich noch Turbonegros „Sailor man“ zur Brust genommen und aus dem Punksong eine entspannte Ballade mit Hitpotential gemacht. Liest sich komisch, funktioniert aber wunderbar. Diese Chuzpe muss man erst einmal besitzen. Eine Erwähnung wert ist ebenso „Lousy bastards“, welches den Zigeunerjazz von Django Reinhardt mit der Energie des Punk paart. Kultivierte Rüpelhaftigkeit sozusagen. Diese zieht sich wie gewohnt durch das ganz Album. Das macht auch den einzigartigen Charme von The Shanes aus, denen mit Squandering youth einmal mehr ein sehr kurzweiliges Album gelungen ist, das nur so vor Spielwitz strotzt. Man legt es jedem der sich für Folkrock interessiert gerne ans Herz. Ganz besonders denjenigen, die genug vom Einheitsgefiedel in diesem Bereich haben. (15/20)

 

Alternative Music

The Shanes gibt es schon eine ganze Weile, in den 90ern sollen sie den Hardpolka erfunden haben. Die Jungs kommen aus Trier und veröffentlichen am 8. April ihr neues Album. Das sechste Studioalbum Squandering Youth würde ich weniger als Hardpolka, sondern eher als Folkrock bezeichnen. Das Album strotzt vor Abwechslung: Polka, Irish Folk, Country oder Americana-Klänge bekommt man auf dem 14 Track starken Silberling ins Ohr gedrückt. Ein Turbonegro Cover ist auch vertreten, Sailorman ist in der Shanes-Variante ein Gang langsamer und entspannter. Bei Weight On My Shoulders wird der Sound etwas schwerfälliger, gefällt mir gut und erinnert mich irgendwie an Nick Cave - cooler Song! Aber auch Songs wie Long Yourney und Hell On Earth machen mit den Geiger- und Akkordeon-Einlagen viel Spaß. Ein Track der sich bis zum Ende hin immer weiter steigert ist Unfortunate One, ein langsamer Start mit Akustikgitarre endet in einer beeindruckenden Speedfolk-Orgie.

 

Rockszene


„Hardpolka“ ist eine derart lustige Musikstilbeschreibung, dass ich erstmal mächtig schmunzeln muss, als ich mir den Bandinfotext dieser sechsköpfigen Truppe durchlese. „Hardpolka“, das klingt nach Mutter Beimer mit Motorradkutte oder Florian Silbereisen beim Schlammcatchen mit Stefan Mrozs - sehr gegensätzlich halt. Dass Gegensätze sich aber nicht nur anziehen, sondern sich auch ganz prima ergänzen können, beweisen die Trierer mit ihrem neuen Album „Squandering Youth“. Irischer Folkrock trifft hier auf Punk, Country und Americana und vermischt sich zu einem wunderbaren Gebräu, das auch anderen Nationalitäten munden dürfte. Man hat sich viel Mühe gegeben alle vierzehn Songs möglichst abwechslungsreich zu instrumentieren, sei es nun mit Streichern, Banjo oder Akkordeon. Die Stimme von Sänger Kornelius erinnert manchmal an eine etwas hellere Variante von Dire Straits Frontmann Mark Knopfler (plus einer kleinen Prise Punk) und passt hervorragend zur Stimmung der Musik. Schon 1991 gründeten sich The Shanes, dies ist bereits die siebte Veröffentlichung. Viele gute Songs warten auf „Squandering Youth“ darauf entdeckt zu werden. “Black Heart White Beat“ sollte man auf jeden Fall einmal anspielen, ebenso das zum Mitschunkeln einladende „Hey There, Can You Help Me?“. „Sailorman“, eine Coverversion von Turbonegro, funktioniert ebenfalls sehr gut. Insgesamt kann man sich auf ein gelungenes und stimmiges Album freuen, das live mit Sicherheit noch viel mehr Wirkung entfaltet. Lediglich Menschen mit einem schlechten Verhältnis zur „grünen Insel“ werden an dieser Cd keine Freude haben. Fazit: Nichts für Light-Beer Trinker. Prost Guinness!

 

Allschools

Jawoll. Der neueste Trend auf Festivals ist ja nicht mehr Ska-Punk sondern eher Polka bzw. Hardpolka. Bands wie FLOGGING MOLLY waren von Anfang an DIE Abräumer, die DROPKICK MURPHYS mit ihrer Streetpunk Attitüde sind derzeit erfolgreicher denn je und überhaupt sind alle tanzbaren Truppen des Genres derzeit arg gefragt. THE SHANES könnte ein ebenso großer Erfolg gelingen den Potential ist definitiv da. Mit „Going Where the Action is“ könnte der Titel des Openers kaum besser gewählt sein. Wildes Umher-Musizieren in alle Stilrichtungen und schnelle Instrumentierung sei Dank, dass hier ein erstklassiges Tanzbein geschwungen werden kann. So geht es fröhlich durch die Folkpunk Hölle bis mit dem TURBONEGRO „Sailor Man“-Cover plötzlich alles gemächlicher angegangen wird. THE SHANES fahren das Tempo runter, fahren bei „Bring me the Head of Zoltan Narray“ selbiges zwar wieder nach oben, trotzdem nicht in der Geschwindigkeit wie noch zu Anfangs. Schade eigentlich. Denn sonst wäre „Squandering Youth“ ein konstant tanzbares Album für die Polka-Zukunft.

 

Music Discovery

The Shanes sind eine Folk Band, die mal etwas vom üblichen typischen Irish Folk abweichen, sondern meiner Meinung noch etwas US-Folk Einflüsse bieten. Irish Folk würde ich aber trotzdem als Haupteinfluss nennen und im Gegensatz zu dem was ich sonst so bekomme, ist das hier reiner Folk und hat mit Metal eigentlich gar nichts zu tun. Hier legt man Wert auf die typischen Spielelemente und Instrumente und bekommt etwas zu hören, was einmal das Tanzbein zucken lässt und auch für gute Laune sorgt. Wobei ich finde, daß diese Band im Vergleich zu Bands wie Fiddlers Green etwas mystischer und authentischer rüberkommen und sehr ehrlich klingen. Hier hat man das Gefühl, die Jungs leben diesen Lebensstil und kommen auch aus dieser Gegend. Wer sowas mag, wird diese Band mögen. Muß vielleicht auch erwähnen daß diese CD im Digipack richtig schön designed wurde.

 

Squealer Rocks


Man lernt ja nie aus. Vor allen Dingen die „Beipackzettel“ der Labels verkaufen uns unbedarften Review – Schreibern ja gerne jede ihrer Veröffentlichungen als die neue Sensation am Firmament der rockenden Musikanten. Nun also The Shanes, die angeblich die HARDPOLKA erfunden haben. So, so. Ist ja interessant. Mit „Hard“ und „Polka“ verbinde ich finnische Humpa - Kapellen auf Festivals, die zu mittäglicher Stunde Horden von jungen Bengels dazu animieren, sich in die verpickelten Fressen zu schlagen und dabei Unmengen von Wodka zu vernichten. Die Musik, die von der Bühne kommt, interessiert indes niemanden; Hauptsache es macht „Humpa“!
Nun also The Shanes aus Trier. So, so. Doch, WAS IST DAS??? Aus meinem skeptischen „So,so“ wird bereits nach 90 Sekunden ein „Hey, Hey!“. Genauso lange dauert nämlich der saugeile Opener „Where the Action Is“. Flottes Akkordeon, geile Punk / Ska Rhythmen, ein bisschen Zigeuner - Feeling, alles irgendwie ein bisschen geil. Doch was sagen schon 90 Sekunden aus? Ein Blender zu Beginn? Schön wär's, Verrisse sind nämlich leichter zu schreiben als Lobeshymnen. Doch Pech für den faulen Schreiberling, denn das folgende „Alone On my Own Device“ ist ein Stück Musik, in das man sich verlieben muss. Eine Mischung aus Dire Straits, Boomtown Rats und Tom Petty. So klingt auch die Stimme von Sänger Kornelius wie Bob Geldorf und Mark Knopfler in einer Person. Irgendwie gar nicht mehr nur ein bisschen geil. „Bite It Your Scum“ huldigt dem ekligsten aller Punk Rocker seit El Duce von den Mentors, nämlich GG Allin. The Shanes vermischen in der Cover - Version Punk mit hartem Folk; nicht neu die Geschichte, aber sehr intensiv und grandios gezockt.
Song Numero Vier huldigt zunächst einem anderen Helden, Johnny Cash was his name. Der Text über die harte, verdorbene Jugend, die Country Schiene – Yeah, that's it! Doch nach der Hälfte des Liedes, nachdem uns die weinerliche Violine in melancholischer Sicherheit wiegt, kippt gerade dies Instrument die Stimmung und wir machen einen kontinentalen Quantensprung von Amerika nach Ungarn oder Serbien oder ...keine Ahnung; irgendwo, wo die schnelle Fidel regiert, wo das Akkordeon tolle Melodien spielt, wo man tanzt und wo man „Hey“ schreit!! Der Mensch ist ja von Natur aus faul und da ich mich im weitesten Sinne auch dieser Spezies zugehörig fühle, wird ab hier jetzt nicht mehr jeder Track einzeln beschrieben. Irgendwann würde dieses Prozedere eh öde, denn es gibt absolut nichts - NIX – an diesem Album auszusetzen. Nachdem mir die ersten Tracks absolut gut gefallen haben, kroch trotzdem eine Befürchtung in mir hoch: Wird es über die volle Distanz von 14 Songs nicht irgendwann nervig, sich ständig mit - für Hardrocker und Metal Fans – ungewohnten Instrumenten wie Geige, Banjo und Akkordeon konfrontiert zu sehen? Im Gegenteil, nach dem zweiten Durchlauf des Albums tritt sogar so etwas wie ein Suchtfaktor ein. Die Gründe dafür sind schnell genannt: The Shanes verarbeiten enorm viele verschiedene Richtungen in ihrer Mucke und erzeugen so viele unterschiedliche Stimmungen, dass so etwas wie Langeweile gar nicht aufkommen kann und zudem sind ihre Songs einfach richtig gute Kompositionen.
So besitzt das eigentlich simple „Black Heart White Beat“ - ein folkiger Stampfer im Runrig Stil mit schweinegeilem Gitarren Part – eine geradezu unbeschreibliche Magie, während das schwermütige, mit sehr persönlichem Text versehene, „Weight On My Shoulders“ die ernste und ruhige Seite der Band präsentiert. Solche Momente sind aber wirklich nur Momente, denn im Vordergrund steht der Spaß, wie das herrlich ungezogene „Lousy Bastards“ oder das Party - Instrumental „Bring Me the Head Of Zoltan Narray“ eindrucksvoll beweisen. Ich werde auch in Zukunft finnische „Humpa“ Kapellen meiden, wie der Deibel das Weihwasser. Doch The Shanes sind irgendwie anders. Wahrscheinlich, weil ihre exotische Mischung aus Folk, Punk, Rock, Country und Ska ohne peinliche „Ballermann“ - Attitüde auskommt und dennoch höchst mitreißend ist. Demzufolge ist es nur eine Fußnote, dass das Turbonegro - Cover „Sailor Man“ kaum auffällt. So möchte ich zum Ende den eingangs erwähnten „Beipackzettel“ zitieren, der in diesem Fall wirklich mal Wahres beinhaltet: „Kultiviert und rüpelhaft zugleich!“.

 

Triggerfish


Hier ist die Action  - Dublin? Boston? Weit gefehlt. Aus der tiefsten deutschen Provinz kommen The Shanes. Aus Trier nämlich. Bisher nur Fans ein Begriff, könnte jetzt nach 18 Jahren endlich der große Durchbruch kommen. Mehr als verdient wäre er. Die neue Platte Squandering Youth ist schlicht und einfach großartig. Hardpolka nennen The Shanes ihre Musik. Das klingt wie es klingt: Extrem tanzbar und wild. Diesem Stil sind die Trierer auch auf Squandering Youth teilweise treu geblieben, haben aber zusätzlich das Mehr entdeckt. Mehr Gefühl nämlich und mehr Tiefgang. Auf der Party - die mit dem Opener Going Where The Action Is gar nicht bessergelaunter beginnen könnte - klingen auch ruhigere Töne an, neben ausgelassener Feierstimmung erwarten den Hörer fast schon besinnliche, düstere und melancholische Momente.  Squandering Youth ist ein wilder Gaul ohne stilistische Scheuklappen. Folkpunk, Country oder Americana geben sich die Hand. Banjo, Mandoline und Akkordeon ergänzen die klassische Besetzungsliste. Der ruhigen Ballade Alone On my Own Device folgt ein Cover von GG Alins Klassiker Bite It Your Scum, dass von einer schwindelerregend schnellen Speedfiddle und einem Hillbilly-Banjo ins Ziel geprügelt wird. Unfortunate One beginnt in schönster Pogues-Manier und endet im Speedfolk. Baby, I würde sich auch auf einen Russendisko-Sampler machen und Black Heart White Beat hat Herz, Seele und Pathos für drei Songs. Selbes gilt für die zweite Coverversion auf dem Album - Sailor Man von Turbonegro - dem The Shanes Geschwindigkeit nehmen und Gefühl geben. Und so geht es weiter. Jeder der 14 Songs hat ein eigenes Gesicht, einen eigenen Charakter. Das Album ist abwechslungsreich, wirkt aber nicht zerstückelt. Langeweile kann so keine aufkommen, was auch an der durchweg hohen Qualität der Songs liegt. Man ahnt es schon: Kritik lässt Squandering Youth einfach nicht zu. Und so endet die Rezension hier.

 

Venue Music

Direkt nach den ersten Takten von Squandering Youth” wusste ich: diese CD werde ich nicht zum letzten Mal gehört haben. Und auch beim näheren und weiteren Hinhören bestätigte sich dieser Eindruck. Wie schon bei “Going where the Action ist” gesungen: “Wanna have some fun..” und genau das hat man beim Hören dieses Albums. Jede Menge Spaß. Die Musik von The Shanes ist durch die verschiedenen Folk-Einflüsse und Instrumente größtenteils fröhlich, schnell und lädt zum Tanzen ein. Aber auch gefühlvolle langsame Passagen fehlen nicht, zu diesen passt die warme leicht rauchige Stimme von Kornelius super. Mit “Going where the Action is” wird das Album aber schnell und fröhlich eröffnet: Party-Polka vom feinsten. Still sitzen ist hier wirklich schwer. “Alone on my own Device” ist dagegen eines der ruhigeren Stücke, welches durch die Mundharmonika ein wenig in Richtung Country geht. Der warme Gesang passt auch super. Richtig Folk-Punkig gehts dagegen bei “Bite it you Scum” zu, in dem sich der schnelle Refrain mit Geige und Akkordeon mit langsameren Parts abwechselt. Man könnte bei “Unfortunate One” denken, dass nun die Ballade des Albums kommt. Der Anfang ist auch sehr schön ruhig und eine tolle Ballade, wieder mit dem warmen Gesang von Kornelius, untermalt von Akustikgitarre. Doch dann setzen auf einmal Fidel und alle anderen Instrumente ein und der Song endet in einem schnellen fröhlichen Instrumentalpart. “The Future” verknüpft wieder schnellere mit langsameren Abschnitten, durch das Banjo und die Country-Gitarren ist dieser Titel ein Irish-Folk-Country-Mix, was sehr gut rüber kommt. Bei “Long Yourney” muss man einfach mittanzen, hier dominiert das Akkordeon und die Irish-Folk-Punk Elemente. Die nächste Verschnaufpause bietet “Black Heart White Beat”, mit seinem langsamen schwermütigen Anfang. Denn auch so kann Geige klingen. Die Sprechgesang-Parts erinnerten mich irgendwie an Poison von Alice Cooper, aber die Melodie welche dann folgt ist doch ganz anders. Auch dieses Stück besitzt viele Country-Elemente. “Hell on Earth” erinnert an Zirkusmusik, ebenso ein wenig “Baby, I”, bei dessen Intro man einfach lachen muss. Wieder sehr lustige Songs, die einfach nur Spaß machen. Nun folgt ein Cover von Turbonegros “Sailor Man”, welches die Jungs von The Shanes sehr gut umgesetzt haben. Hier klingen die Gitarren eher nach Alternative Rock. Bei “Weight on my Shoulders” singt Kornelius von einer nicht ganz einfachen Vater-Sohn-Beziehung und so ist der Titel passend zum Text ein wenig schwermütiger und langsamer, während die Geige beim nächsten Track “Lousy Bastards” alles zeigt, was sie kann. Wobei die höchsten Steigerungen da sicher nicht jedermanns Sache sind. Der Gesang ist ein wenig rotziger als bei so manch anderem Stück. “Bring me” klingt am Anfang leicht orientalisch, vereint aber wieder viele verschiedene Richtungen, es ist folkig-punkig und das Akkordeon klingt streckenweise wirklich nach typischem “Schifferklavier”. Gesang sucht man hier aber fast vergebens, bis auf ein paar kleine Zwischenrufe ist der Titel Instrumental. Als Abschluss der CD gibt es noch einmal eine Ballade mit “Hey there, can you help me?”, bei der Akustiggitarre und leise Akkordeonklänge wieder den warmen Gesang untermalen. Als Fazit kann ich nur sagen: The Shanes haben mich absolut überzeugt, dieses Album wird meinen Player so schnell nicht wieder verlassen. Dieser Mix aus verschiedenen Folk-Richtungen ist einfach gelungen und mach super viel Spaß. Auch live sind die Jungs bestimmt absolut klasse, da wird sicher im Publikum getanzt und gefeiert. Wer das nicht tut ist selber schuld, denn ich konnte auf meinem Stuhl beim hören der CD schon kaum still sitzen. Als Abschluss des Albums hätte ich vielleicht eher eines der schnelleren Stücke gewählt, aber das ist nur so ein Gefühl von mir. Meine Anspieltipps sind “Going where the Action is”, “Unfortunate One” und “Long Yourney”, obwohl alle Tracks gefallen. Am besten einfach direkt die ganze CD anhören, denn es lohnt sich!! Von mir gibt es die volle Punktzahl!

 

Metal.de

Mit einem Namen wie THE SHANES assoziiert man schnell eine x-beliebige britische Rock- oder Punkband. Eine Hörprobe bei Myspace überzeugte mich jedoch augenblicklich, deren neue Scheibe "Squandering Youth" zu rezensieren, denn etwas Vergleichliches hatte ich bislang noch nicht vernommen. Wie kann man denn die Musik umschreiben. Es fallen Bezeichnungen wie Speed-Folk, Hardpolka oder Folkpunk. All das trifft zu und noch einiges mehr. Eine wirkliche Schublade für THE SHANES existiert noch nicht. Der Opener "Going Where The Action Is" stellt gleich THE SHANES´ bekannteste Art der ureigenen Mucke dar: schnellen und harten Party-Polka. Aus dem typischen Rahmen fällt das folgende, fast besinnlich-schmusige "Alone On My Own Device". Doch die Ruhepause ist nur von kurzer Dauer. Bei "Bite It Your Scum" wird einer Symbiose aus balkanischen Folkklängen und Punkrhythmen gefröhnt. Auch "Hell On Earth" und "Baby I" fallen in diese Kategorie des polka-liken Folkpunk. Weitere Abwechslung gibt es bei "Unfortunate One", das im Stile typischer britischer Liedmacher-Kompositionen beginnt und sich zum Ende hin zu einer energievollen Speedfolk-Nummer steigert. Country-artige Rhythmen, arrangiert mit osteuropäischen Melodien ("The Future") und Americana-Klänge, die aus einem Tarantino-Film stammen könnten ("Weigth On My Shoulders") zeugen von weiterer kompositorischer Vielfalt des Sextetts. Ebenso die klar irisch angehauchte und rein instrumentelle Power-Polka-Nummer "Bring Me The Head Of Zoltan Narray". Ein Stück wie "Long Journey" ist die Speed-Folk-Version des Humppa-Metal, während in "Black Heart White Beat" eine melancholische Atmosphäre mit orchestralen Elementen verbunden wird. Sehr ungewöhnlich, aber auch nicht schlecht ist das TURBONEGRO-Cover "Sailorman", das von einem Rotzrocker hier zu einem Mid-Tempo-Folksong mit viel Emotionen mutiert. Die Songs sind durchweg schmissig und gehen flott ins Ohr. Durch den umfassenden Abwechslungsreichtum nutzen sich die Melodien auch nicht schnell ab. Es wird auf eine stimmungsvolle Atmosphäre wert gelegt, die dann aber sehr variantenreich arrangiert und ausgearbeitet wird. Mit dem ausgefeilten Songwriting schaffen es THE SHANES zweifellos, mich zu beeindrucken. Auch technisch geben sich die sechs Jungs sehr professionell. Neben Gitarren, Bass und Drums, kommen Instrumente wie Banjo, Mandoline, Akkordeon und Fidel zum Einsatz. Aber das Zusammenspiel der unterschiedlichen Instrumentengruppen ist immer sehr stimmig. Auch der Gesang ist charakteristisch und passt sich mit seiner unaufdringlichen, leicht rauhen Stimmlage im mittleren Bereich gut den Songs an. THE SHANES machen auf ihrem Album "Squandering Youth" eigentlich alles richtig und versorgen den geneigten Hörer mit einer Fülle von unterschiedlichen Klängen und reichhaltigen Einflüssen. Wer sich für eine Mischung aus Folk, Punk, Polka, Ska, Country und Hardrock begeistern kann, sollte sich dieses Werk keinesfalls entgehen lassen. Ach, so. Erwähnte ich eigentlich schon, dass THE SHANES eine deutsche Band sind?

 

 

Burn your Ears

Mischungen aus Rock mit verschiedenen Folkspielarten wir immer beliebter, das zeigen schon die immer besseren Chartplatzierungen der Vorreiter der Szene. THE SHANES könnten eigentlich als Gründungsväter des Genres bezeichnet werden, immerhin gründete sich die Truppe um das letzte verbliebene Originalmitglied Kornelius Flowers in Trier bereits 1991 und veröffentlichte seit dem Debüt 1992bis heute insgesamt acht Alben, davon sechs vollwertige Studioplatten. Doch trotz ausgiebiger Touren reichte es bei der Band aus Trier mit ihrem von ihnen selbst Hard Polka genannten Stil nie zum großen Durchbruch. Neue Versuch, neues Glück. Auf „Squatering Youth" treffen wieder (über weite Strecken) akustische Folk Arrangemnets mit Gitarre, Geige, Banjo und Akkordeon auf rotzige und rüpelhafte Texte, die ihren Ursprung zum Teil eher in der Punk-Ecke haben dürften.
Und doch geht es nicht zuletzt um die Themen, die traditionell ihren Platz im Folk haben und das sind eben nicht nur die schönen Seiten und die Welt der oberen Zehntausend, sondern der einfache Mann, die Straße, Alkohol, die einfachen Freunden und nicht zuletzt die (unglückliche) Liebe.  Musikalisch bedienen sich THE SHANES beim Folk unterschiedlichster Herkunft. Osteuropäische Einflüsse sind genau so zu erkennen (z.B. „Hell on Earth") wie irische Elemente („Long Journey" oder „Bring Me The Head Of Zoltan Narray" ) oder US amerikanische Folk- und Countryelemente („Alone On My Own Device" oder „Unfortunate One") und manchmal schlicht Jazz („Lousy Bastards"). Neben zwölf Eigenkompositionen geben THE SHANES dabei auch Coverversionen von GG ALLINs „Bite It You Scum" und TURBONEGROs „Sailorman" zum Besten und treffen zumindest im zweiten Fall meinen Geschmack deutlich mehr als das Original. An der Produktion gibt es absolut nichts auszusetzen und auch die instrumentale Umsetzung ist einwandfrei. Der Gesang kann das Niveau technisch nicht ganz halten, das ist aber im Folk nicht ungewöhnlich und schließlich geht es hier um Emotionen und nicht um Opernarien. Wer den „alten" Folkbands wie den POGUES aber auch der aktuellen Folk Rock und Folk-Punk Generation wie FLOGGING MOLLY oder den DROPKICK MURPHYS etwas abgewinnen kann, sollte hier zumindest mal ein Ohr riskieren. Für einen ersten Eindruck lege ich „Long Journey" und „Bring Me The Head Of Zoltan Narray".

 

In your Face

Man hat mir gesagt, die SHANES aus Trier sollte man kennen. Zumindest sofern man auf Musik im Stile "Gogol Bordello" oder "Flogging Molly" steht. Nach der Besprechung ihres  aktuellen Albums "Squandering Youth" kann ich dieser Behauptung auch definitiv zustimmen, und es bleibt zu hoffen, dass sie nun etwas mehr Aufmerksamkeit bekommen. Was nach diesen ersten Worten nicht mehr schwer zu erraten ist, will ich trotzdem noch mal im nächsten Satz zusammenfassen. Die  SHANES aus Trier machen Polka- und Folk Punk, der sich nicht zu verstecken braucht. Von melancholisch angehauchten Folk-Songs über hyper-nervöse Polka-Tradition geht es zu verstaubten Saloon-Balladen, die allesamt nicht nur klassisch mit Banjo, Akkordeon und Streichern instrumentiert sind, sondern auch von Authentizität zeugen. So kommt es nicht von ungefähr, dass man sich bei dieser Musik am liebsten immer was Alkoholisches zu trinken wünscht oder sich vorstellt, in einer verruchten Bar zu sein. Ähnlich wie "Slim Cessna´s Auto Club" bewegen sich die SHANES aber auch ein wenig außerhalb ihres Metiers und so hält auch die ein oder andere Zirkusnummer Einzug in die Welt der SHANES. Das dies nicht immer ganz zum Gesamtbild passt, ist dabei Nebensache und lädt nebem dem bisherigen Trübsaal einfach mal zum Abtanzen ein und kann als willkommene Abwechslung gesehen werden. Einzig die Produktion ist ein wenig zu glatt, was aber den Spass auch nicht trüben kann. Das dies trotzdem einer von wenigen Beanstandungspunkten ist, liegt vor Allem an der Art der Musik und sollte der Band nicht angerechnet werden. In alten Bars und Saloons, oder im Zigeunerwagen darf es halt ruhig mal rauschen, und nicht jede Note muss so sauber klingen wie auf "Squandering Youth". Dass die Jungs wissen was sie tun, muss nicht mehr bewiesen werden, und so bleibt ein wenig der Eindruck, das es die Jungs zu gut meinen. Für Fans von "Slim Cessna's Auto Club" oder den "Legendary Shack Shakers" dürften die SHANES aber sicher ein interessanter Tip sein und ich kann nur sagen, dass jemand, der auf genannte Bands steht, auch ruhig die SHANES kennen sollte. (7/10)

 

Heavy Hardes

Bereits 1991 gegründet haben The Shanes sich auf den Weg gemacht, ihre eigene Musik zu machen und fanden die Hardpolka. Hört sich komisch an, ist aber so. Allerdings wurden die alten Einflüsse von beispielsweise The Pogues nie ganz abgeschüttelt und so findet sich nun mit Squandering Youth ein Album, das selten eine solche Abwechslung bot, da sich neben der Hardpolka zahllose Einflüsse aus Folk und auch Country garniert mit ein paar Coverversionen auf der Platte wiederfinden. Hardpolka gibt es gleich mit der ersten Nummer "Going Where The Action Is". Da geht es ab, da gilt es die Beine zu schütteln und ordentlich den Holzschuh aufs Parkett zu setzen. Einen besseren Anfang hätten sie nicht finden können für ihr Album, das aus insgesamt 14 Tracks besteht und keine Sekunde langweilig wird. Ruhig wird es dann gleich bei der nächsten Nummer "Alone On My Own Device". Diese ist in angenehmen Folkklängen mit Akkordeon und Mundharmonika gehalten und lädt beinahe schon zum ruhigen Schunkeln ein. Doch mit der Ruhe hat es sich, wenn der alte Scum Rock-Klassiker "Bite It You Scum" von GG Allins als punkige Folknummer ertönt. Doch die Ruhe kehrt wieder ein bei den ersten Klängen von "Unfortunate One" (dessen Melodie ich von den Streunern her schon kenne). Dieser Song hat es mir besonders angetan, denn während es bei den Strophen noch sehr ruhig und bedacht beginnt und einfach nur in aller Ruhe eine Geschichte erzählt wird, springt mit einem mal ein Funke über und endzündet ein wahres Speedfolk-Feuerwerk. Da fiddelt es, da legts di nieda. Kommt überraschend und gerade dadurch besonders gut. Danach bieten The Shanes eine ruhige Country-Nummer. "The Future" bietet etwas Erholung, während es bei der nächsten Nummer "Long Journey" mehr in das Erzählerische geht, wie man es von guten Mittelalterrock-Nummern her kennt. Ich denke, dass man bis hier schon ein wenig einen Eindruck erhalten konnte, wieviel Abwechslung man alleine in dieser ersten Hälfte des Albums finden kann. Und ich kann es versprechen: Die Abwechslung wird nicht weniger. Wer Folk, Akkorden, Geige und Rock genießen will, der sollte auf jeden Fall dieses Album sein eigen nennen. Ich habe selten ein so unterhaltsames und gelungenes Stück Folk in meinen Händen gehalten. Absolute Kaufempfehlung.

 

Westzeit

HEAYV (oder was?!)

 

Terrorverlag

THE SHANES aus Trier gibt es inzwischen seit 18 Jahren, allerdings ist von der Urbesetzung nur noch Kornelius Flowers übrig, der neben Vocals und Gitarre auf „Squandering Youth“ auch für Banjo und Harfe verantwortlich zeichnet. Wesentliche Bestandteile des THE-SHANES-Sound sind außerdem Geige und Akkordeon – typische Zutaten des Folkpunks, der sich bei den SHANES „Hardpolka“ nennt und sich bei nahezu allen traditionellen Folkstilen rund um den Globus bedient. Der Opener „Going Where The Action Is“ startet entsprechend mit flotter Party-Polka, während das folgende „Alone On My Own Device“ deutliche Americana-Anleihen mitbringt. Ähnlich, jedoch ungleich düsterer gefällt „Weight On My Shoulders“ mit Empfehlungen an 16 HORSEPOWER, wohingegen „Unfortunate One“ zunächst besonders Kornelius raue Stimme in den Vordergrund stellt, bevor schließlich ein wahres Speedfolk-Inferno ausbricht. Ähnlich dynamisch geht es auch bei „Long Journey“ zur Sache. Ganz so, als hätten sich NEW MODEL ARMY mit FLOGGING MOLLY zusammengetan, während sich Darker Country mit viel irischer Seele hinter der Midtempo-Nummer „The Future“ verbirgt. Orchestraler Bombast begleitet derweil das impulsive „Black Heart White Beat“, dann grüßt beim rasend schnellen „Hell On Earth“ und „Baby, I“ der Balkan. „Lousy Bastards“ ruft gar Assoziationen an DJANGO REINHARDTs Zigeunerjazz hervor, um dann wieder auf die grüne Insel zurückzukehren, wo „Bring Me The Head of Zoltan Narray“ frischen Irish Folk zum Besten gibt und „Hey There, Can You Help Me?“ als herzzerreißende Streicherballade das melancholische irische Gemüt liebkost. Neben diesen zwölf Eigenkompositionen haben THE SHANE auch noch zwei Cover-Versionen auf Lager. Den Anfang macht GG ALLINs Scumrock-Klassiker „Bite It You Scum“, der als Countrypunk-Nummer mit wahnsinniger Speedfiddle und Hilbilly-Banjo interpretiert wird. Des Weiteren hat sich die Truppe, die mit „Squandering Youth“ ihre achte VÖ rausbringt, eines TURBONEGRO-Songs angenommen. „Sailor Man“ macht nicht länger auf Schweinerock-Geprügel, sondern bringt mit Akkordeon und fetter E-Gitarre als Midtempo-Folkrock-Hymne geradezu Radiotauglichkeit mit. Um an dieser Platte Spaß zu haben, muss man nicht erst etliche Guinness, Kilkenny und Whiskey aufhaben. Jeder der 14 Tracks ist absolut hörenswert, wobei jeder Song seinen ganz eigenen Stil mitbringt, wodurch die Langrille wunderbar abwechslungsreich ausfällt. „Squandering Youth“ setzt mit entspannten Melodien und geschmeidigen Harmonien ebenso Highlights wie mit atmosphärischer Dichte und treibenden Sounds. Die vielseitige Instrumentierung mit Geige, Akkordeon, Banjo, Mandoline, Gitarren, Drums und Bass tut ihr Übriges, um facettenreich einen Ohrwurm nach dem anderen durch die Boxen zu jagen.

 

Hooked on Music




Mit seinem neuesten Studioalbum ‘Squandering Youth’ ist dem in Trier gegründeten Sextett THE SHANES ein großer Wurf gelungen. Ein ganz großer sogar. Das gesamte Werk macht einen unwahrscheinlich harmonischen und stimmigen Eindruck. Alles ist wohl austariert und beinahe perfekt aufeinander abgestimmt, ohne dem Hörer dabei jedoch das Gefühl zu vermitteln, einer Reisbrettkonstruktion oder gar Retortenmusik zu lauschen. Das Gegenteil ist der Fall. Nichts kommt gekünstelt oder gar unnatürlich daher. Die hier dargebotene jederzeit extrem eingängige und melodische Verschmelzung von Folk unterschiedlichster Herkunft mit Rock, Punk, Polka, Country, Jazz, Ska und Swing sorgt weit überwiegend für gute Laune und beste Stimmung. Flotte, schnelle, fetzige, eingängige und teilweise aggressive Nummern und Passagen wechseln sich mit langsameren und ruhigeren Balladen und Momenten ab. Dadurch ist zwischen den anstrengenden, weil bewegungsintensiven, Stücken immer wieder für Erholung gesorgt, bis einem der nächste Kracher in die Knochen fährt. Die klar und unmissverständlich verfassten, mitunter recht heftigen und deftigen Texte setzen den positiven Klängen deutliche Kontrapunkte entgegen. Sie sorgen für nicht ganz so fröhliche Momente, sondern lassen negativ besetzte Gemütsregungen bzw. Emotionen wie Hass, Verachtung, Hochmut und Verzweiflung zur Geltung kommen. Auch dazwischen tut sich gefühlsmäßig jede Menge. Nur Fröhlichkeit will sich nicht so recht einstellen. Die Tracks sind fast ausschließlich Eigenkompositionen. Lediglich Sailor Man stammt überhaupt nicht von THE SHANES. Den Song borgten sich die Deutschen bei den Norwegern TURBONEGRO aus. Lousy Bastards entstand unter freundlicher externer Mithilfe von Andy Diewald. Alle Bandmitglieder sind versierte und erfahrene Musiker, die jederzeit alles im Griff haben. Gerade deshalb wirken die Interpretationen des Materials derart glaubwürdig und überzeugend. Die Produktion ist hervorragend gelungen und offenbart jedes Detail. Der Sound ist glasklar. Das erhöht die äußerst professionelle Wirkung von ’Squandering Youth’ noch um einiges. THE SHANES legen mit ’Squandering Youth’ all denen eine gelungene Überraschung ins Osternest, die kurzweilig, lebhaft, mitreißend und gleichzeitig mit Anspruch unterhalten, aber auch zum Nachdenken angeregt werden möchten. Die bereits erwähnte Mixtur aus toller Musik und lesenswerten Lyrics macht’s möglich.

 

Hard Harder Heavy


The Shanes, 1991 in Trier gegründet, spielen Hardpolka. Dies ist eine eigenwillige Mischung aus Rock, Polka und Folkelementen aus aller Herren Ländern, gewürzt mit einer Prise Punk, etwas Ska und Hardrock und jeder Menge Spielfreude. So beschreiben sich die sechs Musiker auf ihrer Homepage selber. Mit SQUANDERING YOUTH (was übrigens soviel heißt wie verschwendete Jugend) werfen die Hardpolka-Erfinder ihren siebenten Longplayer in die Massen. Folk-Rock kennt man vielleicht aus Europa von Fiddler's Green, Dropkick Murphys oder The Dubliners und aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten von Bob Dylan, den Byrds oder den Animals. Die Rheinland-Pfälzer vereinigen viele dieser Sounds in ihren Songs. Mit "Going where the Action is" geht's auch gleich Hardcore-Polka-mässig in die Vollen. Der richtige Song um biergeschwängert den Tanzbären zu geben. Ich fühle mich wie bei einer böhmischen Hochzeit. Mit Akkordeon und Mandoline sehe ich mich um ein Lagerfeuer hüpfen. "Alone on my own Device" geht in eine völlig andere Richtung. Das Lied hätte sicher auch Bob Dylan singen können, wobei die Stimme von Sänger Kornelius verdammt nach Mark Knopfler klingt. "Bite it you Scum" ist eine Coverversion des 1993 verstorbenen GG Allin (US-Extrem-Punk-Rocker). Bissig, rockig mit Highspeed-Fiedel und Banjo - Country-Punkrock. "Unfortunate one" wieder ein beginnend ruhiger Songwriter-Song - prasselndes Lagerfeuer, Gitarre und ne Buddel voll Rum, doch dann bricht der Song aus seiner Beschaulichkeit aus, Gaspedal durchtreten und wieder mit Fiedel und Akkordeon einen wahren Folk-Tornado erzeugen. "The Future" eine Mid-Tempo Nummer, die im country-irish folk-Gewand daher kommt während der Song "Long Journey" einen mittelalterlichen Hauch mitbringt. "Black Heart white Beat" ist wieder eine schön rockige Halbballade.
Mit "Hell on Earth" sind wir wieder in Europa gelandet, diesmal eher Richtung Balkan. Die Puszta lässt schwer grüssen. Gleiches gilt für "Baby, I". Beides temporeiche Nummern mit wimmernden Geigen und Quietschkommode. "Sailorman" ist eine Coverversion des Songs von Turbonegro. Ausgelegt als - ja wie soll man es nennen? - halbballadige Midtempo-Nummer. "Weight on my Shoulders" ist eine schön düstere Country-Songwriter-Nummer. Der Song lässt einen die Last auf den Schultern spüren. Atmosphäre und Düsternis wird durch tiefes Geigengeschrammel verbreitet. Hat was! "Lousy bastards" vereint einiges an Einflüssen, überwiegend Guiness-Atmosphäre a la The Dubliners mit leicht jazzigem Ambiente. Bevor wir mit "Bring me tha Head of Zoltan Narray" wieder auf einem Dorffest von irischen Einwanderern im Wilden Westen sind. Tempo ist wieder Trumpf. Danach lässt uns "Hey there, can you help me?" wieder ans Feuer sinken. Die Abschlussballade lässt uns Zeit einerseits den Puls wieder zu beruhigen und andererseits die vergangenen 13 Songs Revue passieren zu lassen. Fazit: Man man man, zwischen lauter Death, Power, Thrash und Hardcore nun Folk. Als erstes ging mir durch den Kopf, dass geht ja nun gar nicht. Belehrt wurde ich eines Besseren. The Shanes schaffen einen Querschnitt durch die gesamte Folk-Welt mit Power, Gefühl und sichtlicher Spielfreude. Klar, man muss es mögen, das Gefiedel und Geschrammel, das Akkordeon, das Banjo, die Violine - halt die Folklore. Wenn dies aber der Fall ist, wird man weiß Gott nicht enttäuscht. Abwechslungsreich -mal voll aufs Pedal getreten, mal ja fast schon besinnliche Momente, mal sieht man sich durchs Gelände hüpfen, mal am prasselnden Feuer die Flammen beobachten. Da wird dem geneigten Zuhörer was geboten, absolut!

 

New Core

The Shanes beschreiben ihren Stil selbst als Hardpolka und verbinden damit eine Mischun g aus Polka, Folkrock, Country und einem Schuß Punk. Die Band aus Trier hat sich bereits Anfang der 90er Jahre in Trier gegründet und „Squandering Youth“ ist bereits der siebte Longplayer der Band. The Shanes machen ihre Sache hier sicher nicht schlecht und binden in ihren Sound zahlreiche folkloristischer Einflüsse verschiedener Länder in ihren tanzbaren Sound ein. Neben der normalen Instrumentierung aus Gitarre, Bass und Schlagzeug binden die Trierer auch oft Geige, Akkordeon, Banjo und Mandoline in ihre Songs ein. Flotte und relaxtere Stücke halten sich die Waage und gerade die etwas ruhigeren Stücke mit weniger Polka-Anleihen gefallen mir mit am Besten. Ich hab von so einer Musik ja absolut keine Ahnung, aber The Shanes sind für das was sie machen echt nicht schlecht. Ich werde jedenfalls spontan an Länder wie Ungarn, Bulgarien oder auch Irland und an das Zigeunerleben erinnert, wenn ich „Squandering youth“ höre. Coverversionen von Turbonegro’s „Sailor man“ und GG Allins „Bite it you scum“ hätte ich von The Shanes auch nicht unbedingt erwartet.

 

Scarred for Life


Die Vorfreude war groß, als ich von einem neuen THE SHANES-Album gehört habe. Kennen gelernt habe ich diese Band aus Trier leider erst mit ihrer letzten Studioscheibe ("Pölka", 2005), die Musiker bringen ihre "Hardpolka" nämlich schon seit 1991 unter das Volk. Was hat man sich nun unter diesem Begriff vorzustellen? THE SHANES kombinieren Folkpunk mit Folkrock und bedienen sich dabei bei allen traditionellen Folkstilen der Welt. Das Resultat ist ein Feuerwerk an abwechslungsreichen Stücken. Vielleicht gibt es auch deshalb auf "Squandering Youth" unter vierzehn Liedern keinen Lückenfüller. Wer sich immer so recht noch nichts (wie? - Stefan) unter dieser Stilart vorstellen kann, denke sich eine große Jam-Session von GOGOL BORDELLO, FLOGGING MOLLY, NEW MODEL ARMY, THE POGUES, 16 HORSEPOWER und THE LEGENDARY SHACK SHAKERS und hat damit eine sehr gute Vorstellung vom Geschehen auf dieser Scheibe. Irish Folk, Balkananleihen, Americana-Versatzstücke, Party-Polkas, Dark Country, Zigeunerballaden und Countrypunk sind die einzelnen Zutaten in diesen 46 Minuten von "Squandering Youth". Die Eigenkompositionen können durchweg überzeugen und halten für jede Stimmung etwas bereit, trotzdem - oder vielleicht auch gerade deswegen - ist es kein Problem diese Platte als Ganzes am Stück zu Genießen. Auch bei den beiden Coverversionen beweisen die Trierer Geschick und drehen zum einen "Bite It You Scum" (GG ALLIN) und zum anderen "Sailor Man" (TURBONEGRO) ordentlich durch die Mangel. Wenn man diese Stücke nicht kennt, würde man kaum darauf schließen, dass es sich hier um Fremdkompositionen handelt - gut so! Zur tollen Dynamik innerhalb der Spielzeit und dem Können der einzelnen Musiker gesellt sich ein nur minimal zu glatter Sound. Etwas mehr Ungeschliffenheit hätte mich hier uneingeschränkt jubeln lassen. Die Aufmachung von "Squandering Youth" lässt ebenfalls keine Wünsche offen und kommt als informatives Digi-Pack mit allen Texten daher. Ob Trinkgelage oder Trauerfeier, THE SHANES haben für fast alle Lebenssituationen den passenden Soundtrack parat. Oftmals klappt so eine Musik erst live voll und ganz, doch "Squandering Youth" versprüht die nötige Magie auch in den heimischen vier Wänden. Wer die Band bisher noch nicht kannte hat definitiv etwas verpasst und bekommt nun die optimale Gelegenheit um sie auch endlich in sein Herz zu schließen. Tolles kurzweiliges Album, das vor Spielwitz förmlich übersprüht.

 

Folker!

In der Werbung ist es seit Langem geradezu üblich, von jeder Neuerscheinung eines Künstlers oder einer Band von der besten Platte bisher zu sprechen. Wenn Martin Schümmelfeder alias Kornelius Flowers aber sagt, dass die derzeitige Besetzung der Shanes die vermutlich beste ist, die sie jemals hatten, dann liegt er damit trotzdem gar nicht so falsch – davon kann man sich sowohl beim Konzert als auch anhand des neuen Studioalbums der Hard-Polka-Pioniere aus Trier überzeugen. 1991 war ein gutes Jahr. Es war das Gründungsjahr einer Band aus Idealisten, die sich nicht länger den gängigen Rock- und Punkstandards verschreiben, sondern etwas Neues wagen wollten. Dabei schlugen man einen Weg ein, den andere zwar bereits vorgezeichnet hatten, den aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht viele gegangen waren. „Wir hatten immer schon ein Faible für Akustikinstrumente und Folk, haben uns damals einen Akkordeonisten und einen Geiger gesucht und versucht, Songs im Polkastil zu schreiben. Den Namen Shanes legten wir uns zu, weil unser allererster Akkordeonist Shane hieß“, räumt Schümmelfeder mit dem Mythos auf, der Bandname sei eine bloße Anlehnung an Pogues-Sänger Shane MacGowan. Die Urväter des Folkpunk hatten dennoch nicht zu unterschätzenden Einfluss. „Ohne Bands wie die Pogues oder die Levellers wären wir so nicht möglich gewesen.“

 

Rockradio

Sie komen aus Trier, gehen aber auch als Amis durch. Sie singen englisch, doch man nimmt ihnen auch den Magyaren ab. Polka ist Rock'n'roll! Noch nicht gewusst? Dann kennt ihr The Shanes nicht! Nach bisher 7 CDs kommt im April ihre 8. scheibe in die Regale und eine noch härtere Gangart von Speedpolka auf die Ohr'n. "Squandering Youth" zeugt vom Erwachsenwerden einer musikalischen stilrichtung, die bisher alles andere als verschwendet war. Wer die treibenden Sounds von "Going where the action is" und "The future" in sich aufgesogen hat, der fragt sich allerdings schon, warum er bei den rhythmischen Liedern z.B. der "Budapest Sessions" nicht den Abendgruß herbeisehnte! The Shanes sind eben anders. Und wer aus seiner Schulzeit noch ein Weltmeister-Akkordeon im Bettkasten herumliegen hat, der sollte es spätestens jetzt vom Staub der Jahrzehnte befreien. Denn es ist wieder hoffähig. Alex beweist es. Auf der neuen wie auf den "alten" Alben der Gruppe. Wir stellen diese Woche den aktuellen Silberling als CD der Woche vor. Ihr hört die Songs verstärkt im rockstream und wer Lust auf mehr verspürt: in 3 Wochen gibts die Scheibe dann beim Dealer deines Vertrauens. Ein Muss für Unruhegeister und ein Genuss für den Wohnungsnachbarn...

 

Heavy Metal.de

Nun, ich würde sagen, so richtig Metal ist die Scheibe nicht, trotzdem aber sind stellenweise Hooks und Rhytmen aus dem Genre zu erkennen. Die Stichworte zu den einzelnen Songs werden dir erhellen, worum es hier geht. Musikalisch passt es in gar keine Kategorie. Es gibt Mixturen aus zig Genre, aber schaue selbst.

Song 1: Klingt mir stark nach Finntroll
Song 2: Streicher finden seichten Rockgroove
Song 3: Geigenpunk Folkrock mit flotter Parkettsohle
Song 4 : Nick Cave Stimmung mit akustischer Gitarre, leicht düster
Song 5 : Banjorock, Leningrad Coyboy Attitüde
Song 6 : Irish Folkpunk mit Ska
Song 7 : Zartes Intro, Rock im Marschtempo
Song 8 : Humppabeats
Song 9 : wie 8
Song 10 : Schifferklavierrock
Song 11 : Geräuschharmonie a la Dead Can Dance – sehr geil
Song 12 : Humppawestern Sound
Song 13 : Western Intro, dann Skapunkrock
Song 14 : Ruhiges Geigenintro, weiterhin gediegen ruhig. Bestes Stückle der Scheibe
Insgesamt, wegen seiner Waghalsigkeit und coolen Umsetzung und der ruhigen Stimme, die trotzdem wacker zusetzt, verpasse ich diesem Baby eine glatte 8 von 10 Banjomännern – und das, obwohl ich diese Musik eigentlich gar nicht höre!!! Verwirrend but true!!!